war es, bis der erste Film über Pflegefehler durch Angehörige in der Öffentlichkeit auftauchen würde. Ein Gericht hatte jetzt zu prüfen, ob die darauf erfolgte Kündigung des Heimvertrages durch das Pflegeheim rechtens ist.

Das Heim nannte als Begründung für die Kündigung:

Die versteckte Kamera und die Veröffentlichung der Aufnahmen im Fernsehen seien ein massiver Eingriff in das Persönlichkeitsrecht der Mitarbeiter. Außerdem habe die TV-Sendung zu einer erheblichen Rufschädigung geführt.

Das Gericht wies die Begründung als nicht ausreichend zurück.

Doch neben der rechtlichen Fragestellung, die an sich schon ziemlich interessant ist, finde ich die Frage, wie die Heime damit künftig umgehen werden, weit wichtiger. Man stelle sich einmal vor, Angehörige filmen mit dem Einverständnis der Bewohner tatsächliche oder vermeintliche Pflegefehler und stellen dieses Video ins Netz, etwa hier oder hier. Die Resonanz wäre riesig.

Oder auch dies. Was sollte eigentlich Angehörige davon abhalten, zukünftig nicht nur Foren und Blogs zu dem Thema Pflegefehler zu erstellen, sondern diese Fehler auch mit Videos und Fotos zu belegen. Man stelle sich einmal das großformatige Foto eines Dekubitus-Geschwürs auf einer solchen Internetseite vor.

Ich glaube nicht, dass der richtige Weg darin besteht, die Gerichte zu bemühen. Es ist auch im Interesse der Betreiber, dass Fehler aufgedeckt und beseitigt werden. Und daher bietet es sich nicht an, den Überbringer der schlechten Nachricht zu köpfen, sondern doch eher den Grund der schlechten Nachricht zu beseitigen.

Heime müssen begreifen, dass es immer weniger Dinge geben wird, die sich verbergen lassen. Dass es durchaus auch einmal zu ungerechtfertigten Beschuldigungen kommen kan, ist klar. Diese müssen richtig gestellt werden. Doch ändern sie nichts daran, dass mit den Zeiten des Internets auch die Reichweite, der Einfluss und die Macht der Bewohner und ihrer Angehörigen erheblich zugenommen hat. Und das ist gut so.