„Da würde ich nicht hingehen, die gehen schlecht mit ihren Leuten um.“ Diese Form des „schwarzen Brettes“ ist nichts Neues. Immer schon haben Mitarbeiter die Attraktivität von Arbeitgebern besprochen. Haben sich ausgetauscht, was gut, was schlecht ist. Subjektiv, einseitig und oft ohne tieferes Wissen. Es waren eben nur ihre Meinungen. Doch wie sehr diese Meinungen an Bedeutung gewonnen haben, kann jeder erfahren, der Mitarbeiter sucht. Zählt sein Unternehmen in der Branche zu den schlechten, also zu denen über die in Branchenkreisen schlecht geredet wird, dann werden gute Leute fernbleiben. Im Zuge dieser Entwicklung ist das Thema Employer Branding, der Arbeitgeber als Marke deutlich wichtiger geworden. Die Kernfrage, die es zu beantworten gilt lautet: Wie können wir unser Unternehmen so attraktiv machen, dass die guten Leute zu uns kommen?


Wohlgemerkt es geht hier nicht nur um die vielerorts so umschwärmten einzelnen Spitzenkräfte, wie den Professor mit exzellentem Ruf, sondern insbesondere um die vielen Guten, das heißt um die Leute die nicht nur fachlich versiert sondern auch von ihrer Haltung und Einstellung zum Unternehmen passen. Für sie insbesondere, muss das Unternehmen attraktiv sein.

Das hat auf Seiten der Betriebe einiges an Umdenken gefordert. So mussten sie begreifen, dass sich der Personalmarkt trotzt oder gerade wegen hoher Arbeitslosigkeit vom Unternehmensmarkt zum Mitarbeitermarkt gewandelt hat. Die Bereitschaft der guten Leute den Arbeitsplatz zu wechseln, hängt deutlich stärker als früher davon ab, ob der Wechsel lohnend ist. Nicht das Geld steht im Vordergrund, sondern viel mehr das was ihnen dort z.B. an Freiheiten, Entwicklungsmöglichkeiten, Einflussnahme und Teilhabe geboten wird. Und jedes Unternehmen kann sich sicher sein, dass Schummeln, etwa in Form von tollen Broschüren (bei uns steht der Mitarbeiter im Mittelpunkt) schnell aufgedeckt wird und am „schwarzen Brett“ landet. Es ist sicher nur noch eine Frage der Zeit wann es Internetseiten gibt, auf denen ehemalige und jetzige Mitarbeiter über die Personalpraktiken ihrer Unternehmen berichten werden. Diese Seiten sind weitaus effektiver im Ruinieren eines Unternehmensrufes als ein einmaliger Artikel z.B. beim ZDF.

Es wäre doch mal eine gute Idee, wenn Gesundheitseinrichtungen ihre zukünftigen Mitarbeiter zum Bergwandern einladen. In lockerer Atmosphäre nehmen die Unternehmen den potentiellen Mitarbeiter unter die Lupe, schauen wie er auftritt oder wie er im Gespräch mit Vertretern des Unternehmens ist. Beide Seiten können sich annähern und profitieren. Warum soll nicht funktionieren, was im normalen Marketing bereits etabliert ist, den Kunden mit geeigneten Mitteln an die Marke binden.