45% der Weltbevölkerung essen mit Messer, Gabel und Löffel, 36% mit Stäbchen, 11% mit einer Hand und einer Gabel und 8% benutzen nur die Hände. Der Gebrauch des Bestecks ist in den eigenen vier Wänden jedem freigestellt, doch wie verhält es sich damit in der Öffentlichkeit?

Wir alle verfügen im Umgang mit Besteck und Tischmanieren über mehr oder wenig ausgeprägte Erfahrung. Meist weiß jeder von uns, dass in einer Baubude der Ruf nach Besteck, Serviette und einer angemessenen Tischordnung, meist große Heiterkeit hervorruft. Hingegen das beherzte Verspeisen von widerspenstigem Blattsalat durch den Einsatz der Finger, in einem 5 Sterne Hotel einiges Befremden hervorrufen wird. Doch was ist denn nun richtig, insbesondere im beruflichen Umfeld?

Das Gedeck

Das Gedeck ist immer auf Rechtshänder zugeschnitten. Linkshänder denken entweder
eitenverkehrt oder bitten den Kellner es umzustellen.

In der Mitte des Gedecks steht der Platzteller. Er wird mit der Hauptmahlzeit abgeräumt.

Links steht der kleine Brotteller mit kleinem Buttermesser. Später steht dort der Salatteller.

Suppenteller werden weder nach vorn noch nach hinten geneigt. Suppentassen mit Henkeln dürfen hingegen zum Mund geführt werden.

Mit den Fingern dürfen Sie essen, wenn eine Fingerschale (oben rechts, neben dem Gedeck) mit Wasser und Zitronenscheibe bereit steht. Die Zitronenscheibe ist zum Neutralisieren des Fettes gedacht und nicht zum Essen.

Das Besteck für Vor- und Hauptspeisen liegt links und rechts neben dem Hauptteller. Das Dessertbesteck darüber.

Die Besteckteile folgen von außen nach innen der Speisenfolge. Das Dessertbesteck wird von den Kellnern beim Auftragen des Dessertganges ebenfalls rechts und links angeordnet.

Der Gebrauch des Bestecks

Der Gebrauch erfolgt geräuschlos. Kein klappern und schlagen.

Besteck wird zum Mund geführt und nicht der Mund zum Besteck.

Der Suppenlöffel wird mit der Spitze in den Mund geschoben, nicht seitlich. In Großbritannien ist es umgekehrt.

Gabel und Messer gehören zwischen Daumen und Zeigefinger und nicht in die Faust.

Mit dem Messer werden nur feste Speisen zerkleinert, nicht aber solche (z.B. Fleischklopse) die man mit der Gabel zerkleinern kann.

Das Messer gehört auf keinen Fall und unter keinen Bedingungen in den Mund.

Liegt das Besteck offen auf dem Teller (Messer und Gabel kreuzen sich) bedeutet es dass Sie noch essen. Liegt es geschlossen, also parallel, indem das Messer mit der Schneide zur Gabel zeigt, heißt das, Sie sind mit dem Essen fertig.

Stäbchen unterliegen der gleichen „Zeichensprache. Das Servicepersonal richtet sich nach diesen Zeichen.

Benutztes Besteck liegt immer auf dem Teller, nie auf dem Tischtuch.

Wir der Teller zum Nachlegen weggenommen, so findet das Besteck auf am Rand des Brot- oder Salattellers seinen Platz.

Guten Appetit.

Die Anregungen gehen auf Rosemarie Wrede-Grischkat zurück, einer Dozentin für Umgangsformen.