„Ich würde mich gern selbstständig machen, habe allerdings Angst, dass es nicht klappt.“ Am Rande eines Seminars fragte mich die Personalentwicklerin einer mittelgroßen Klinik, ob ich das verstehen und ihr einen Rat geben könnte.

Jeder von uns kennt diesen Zustand der sich einstellt, wenn wir uns mit den Gedanken befassen eingefahrene Bahnen zu verlassen. Erstes und einschneidendes Erlebnis; die regelmäßigen Gehaltszahlungen bleiben aus. Sofort beginnen wir uns auszumalen wie wir alles bezahlen sollen, die Miete, den Frisör, die Gesundheitskosten, die Lebensmittel usw. Die Leinwand die wir mit unseren Projektionen füllen, nimmt mehr und mehr die Gestalt eines Horrorszenarios an. So dass wir am Ende mit Fug und Recht sagen können: „Mein Gott, was habe ich ein Glück, dass ich es gar nicht erst versucht habe“. Der Kommunikationsforscher Paul Watzlawick beschrieb in einer kleinen Geschichte, wie es ist wenn man etwas nicht mehr haben will, was man sich eigentlich gewünscht hat.

Eigentlich geht es immer darum die Angst zu beherrschen und sich nicht von ihr beherrschen zu lassen. Ein wesentliches Merkmal um sich nicht beherrschen zu lassen ist, seine Hausaufgaben zu machen. Gutes Geschäftsmodell, eindeutiges Ziel, belastbare Finanzplanung und tragende familiäre sowie freundschaftliche Bindungen. Am Ende aller Überlegungen steht dann folgendes:

Ich bin der Einzige der mein Geschäft nach vorne bringen oder es vor die Wand fahren kann. Und ich habe alles getan um es erfolgreich zu starten. Wenn es funktioniert ist es wunderbar, aber auch wenn es nicht funktioniert, bleiben meine Freunde meine Freunde, meine Feinde meine Feinde und die Welt dieselbe.

So muss auch der Inhaber des kleinsten Kinos der Welt in Dresden gedacht haben, als er es gründete. Die Probleme, sowohl finanzieller als auch organisatorischer Art waren riesig. Trotzdem ist es in Betrieb und im Guiness Buch der Rekorde. Tolle Sache.