Noch heute herrscht in vielen Unternehmen die so genannte Null Fehler Strategie. Handlungen die diesem Grundsatz widersprechen, führen oft zu Karriereknicks. Entsprechend gering ist die Neigung Fehler zu begehen oder aus ihnen zu lernen.

Doch genau im Lernen liegt die Chance für künftige Erfolge. Nur wer sich hartnäckig mit Fehlern und dem Scheitern auseinandersetzt, gewinnt neues Wissen und damit den Schlüssel für eine erfolgreiche Zukunft.
Hurra, wir machen was alle machen! Diese, zugegebenermaßen überspitze, Aussage zu den vorherrschenden Best-Practice-Methoden beschreibt die momentane Situation. Aus ökonomischen, zeitlichen und Gründen der Bequemlichkeit wird das was andere erfolgreich praktizieren, nachgeahmt oder gar eins zu eins kopiert. Natürlich will man das Risiko des Scheiterns, sowohl auf der Firmenebene als auch im persönlichen Feld (Karriereknick) möglichst gering halten. Und sollte man doch scheitern ist man wenigstens nicht allein. Man hat nur getan was alle tun und hat sich der vorherrschenden Lehrmeinung angeschlossen.
Die Gefahr einer solchen Vorgehensweise besteht darin, den Fehlern keinen genügenden Raum zu gewähren. Die unternehmensweite Wirklichkeit sieht oft so aus, dass das Scheitern vorschnell erklärt wird. Entweder wird es als Phänomen des Marktes beschrieben oder einer Person bzw. Gruppe im Unternehmen angelastet. Durch auswechseln dieser Mitarbeiter wird das Problem als erledigt betrachtet. Hier könnte ein Blick auf Flugzeugunfälle weiterhelfen. Nach einem solchen Unfall wird der gesamte Ablauf, sowohl zeitlich als auch materiell genauestens rekonstruiert. Das Ziel ist eine lückenlose Aufklärung der Unfallursache um zukünftig einen weiteren Unfall dieser Kategorie zu verhindern. Würde hier vorschnell der Flugkapitän entlassen, käme es zu keiner Lernerfahrung und damit zu keiner Zunahme der Flugsicherheit.