Ein guter Ruf ist Gold wert. An diesem kaufmännischen Grundsatz zweifelt vermutlich niemand. Sollten die Kunden an dem guten Ruf und der Glaubwürdigkeit eines Unternehmens zu zweifeln beginnen, führt das in der Folge meist zu erheblichen wirtschaftlichen Schäden. Ähnlich verhält es sich, wenn Mitarbeiter Zweifel an der Glaubwürdigkeit des Unternehmens haben.

Etwa dadurch, dass in Broschüren und auf Internetseiten des Unternehmens behauptet wird, die Mitarbeiter sind das wichtigste Kapital und eben diese Mitarbeiter sich übergangen, ausgenutzt und fremdbestimmt vorkommen. Wenn sie so etwas dann lesen, werden sie nicht selten von einer handfesten Lüge sprechen. „Im Internet werden wir als wichtigstes Kapital bezeichnet, in der Realität kümmern die sich einen Dreck um uns“. Zweifellos wird ein Problem dieses Ausmaßes auf Dauer auch einem etablierten und gut eingeführten Unternehmen schaden.

Je nachdem welche Sicht eingenommen wird, scheint es relativ einfach zu sein solche Probleme zu beseitigen. Einerseits muss sich dass Management im Umgang mit den Mitarbeitern nur ein anderes Verhalten angewöhnen und gut ist es. Andererseits existiert dieses Problem aus Sicht des Managements gar nicht. „Die Mitarbeiterorientierung steht nicht nur zu Recht in den Broschüren, sondern sie wird auch im Unternehmen gelebt“. „Es kann doch niemand ernsthaft der Meinung sein, dass die Führungsebene ein Interesse daran hat, Mitarbeiter zu hintergehen und auszunutzen“. Diese oder ähnlich klingende Zitate hört man auf vielen Führungsetagen.

Dennoch brennt es allen Beteiligten unter den Nägeln, hier eine Lösung zu finden. Niemand, ob Mitarbeiter oder Führungskraft, möchte nacchdrücklich dem Unternehmen schaden. Auch wenn Verärgerung und Enttäuschung auf beiden Seiten vorhanden ist, die Suche nach einem Schuldigen sich als Lösung anbietet, so könnte doch sein, dass es keine Lösung im oben beschriebenen entweder oder gibt, sondern nur eine im sowohl als auch.

Obwohl der Anspruch des Unternehmens nach Mitarbeiterorientierung in der Regel ehrlich und ernst gemeint ist, gibt es trotzdem Entgleisungen einiger Weniger. Verständlich ist allerdings die Haltung der Mitarbeiter, dass diese Entgleisungen unpassend sind und nicht zu einem vertrauensvollen Betriebsklima beitragen. Wenn diese Verhaltensweisen von der Unternehmensführung nicht umgehend abgestellt werden, betrachten die Mitarbeiter sie als generelle und gewollte Managementhaltung. Ergbenis: „So gehen die eben mit uns um“.

Auf Seiten der Führung gibt es natürlich Menschen die es nicht verstehen, Mitarbeiter angemessen mit auf den Weg zu nehmen. Und auf Seiten der Mitarbeiter gibt es ebenso viele, die mit noch so nachvollziehbaren Argumenten nicht mit auf den Weg genommen werden wollen. Für beide Gruppen gilt, man kann sie sich nicht leisten und muss mit geeigneten Mitteln etwas gegen ihr schädigendes Verhalten unternehmen. Und es muß für alle offensichtlich sein, ob Mitarbeiter, Kunde oder Lieferant, dass die Führung hier die Züpgel nicht schleifen läßt. Denn am Ende kostet ein schlechter Ruf und geringe Glaubwürdigkeit die Arbeitsplätze vieler.